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Definition & Rechtsrahmen

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Definition Nanomaterialien
  • Nanomaterialien

    Nanomaterialien © psdesign1 | Fotolia.com

Auf dieser Seite finden Sie die Originalquellen für die aktuellen Definitionen des Begriffs "Nanomaterialien" mit Links zu den Texten. Auf der rechten Navigationsleiste sind die weiterführenden Links für einen Schnellzugriff gelistet.

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EU Definition von Nanomaterialien

Die Europäische Kommission hat am 18. Oktober 2011 eine erste gemeinsame Empfehlung zur Definition des Terms "Nanomaterial" veröffentlicht, die bis heute gültig ist. Die Definition lautet wie folgt:

2. „Nanomaterial“ ist ein natürliches, bei Prozessen anfallendes oder hergestelltes Material, das Partikel in ungebundenem Zustand, als Aggregat oder als Agglomerat enthält, und bei dem mindestens 50 % der Partikel in der Anzahlgrößenver­teilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben.
 
In besonderen Fällen kann der Schwellenwert von 50 % für die Anzahlgrößenverteilung durch einen Schwellenwert zwi­schen 1 % und 50 % ersetzt werden, wenn Umwelt-, Gesund­heits-, Sicherheits- oder Wettbewerbserwägungen dies recht­fertigen.

3. Abweichend von Nummer 2 sind Fullerene, Graphenflocken und einwandige Kohlenstoff-Nanoröhren mit einem oder mehreren Außenmaßen unter 1 nm als Nanomaterialien zu betrachten.

2014 und 2015 wurde die Definition vom Joint Research Centre (JRC) jeweils überprüft und bleibt bestehen.

Link zum Originaldokument (pdf 392 KB)

Link zur Übersichtsseite der EU zu Policy Issues

Link zum Review des JRC (pfd 1,4 MB)

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JRC: Bericht zur Definition von Nanomaterialien

Das europäische Joint Research Centre (JRC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, europäische Gesetzgeber in der Frage einer geeigneten Definition zu unterstützen und im Juli 2010 einen erläuternden Bericht mit wissenschaftlichen Einschätzungen zu diesem Thema herausgegeben. 

Der Bericht des JRC analysiert bestehende Definitionen (z.B. die Definitionen der ISO oder der OECD) und kommentiert die einzelnen Elemente, wie Größe und Eigenschaften.

Link zum Bericht des JRC (.pdf, 3,18 MB)

In dem dreiteiligen Review “Towards a review of the EC Recommendation for a definition of the term „nanomaterial““ erläutert das JRC weitere Verbesserungsvorschläge zu dem Begriff Nanomaterialien, die unter andrem bei Stakeholder-Veranstaltungen gesammelt wurden:

Link zur Webseite des JRC

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Definition des Begriffs "Nanotechnologien" nach ISO

Die Internationale Standardisierungs-Organisation (ISO) fasst unter dem Begriffsfeld "Nanotechnologien" einen oder beide der folgenden Punkte zusammen:

1. Das Verständnis und die Kontrolle von Substanzen oder Prozessen auf der Nanoebene, die typischerweise, aber nicht ausschließlich, in einer oder mehreren Dimensionen unterhalb von 100 Nanometern liegen und durch ihre größenabhängigen Effekte in der Regel neue Anwendungen hervorbringen.

2. Die Nutzung von Eigenschaften nanoskaliger Materialien, die sich von den Eigenschaften einzelner Atome, Moleküle und Bulk-Materialien unterscheiden und dadurch verbesserte Materialien, Anwendungen und Systeme erzeugen, die diese neuen Eigenschaften anwenden.

Die genauen Begriffsdefinitionen, die in der Technical Specification (ISO/TS 27687) bereits zur Abstimmung vorliegen, können kostenpflichtig auf der ISO-Seite heruntergeladen werden.

Die ISO Arbeitsgruppe ISO/TC 229 hat verschiedene Dokumente herausgegeben, die Begriffe, wie bspw. die Kernbegriffe (Nanotechnologien, Nanomaterialien etc.), Kohlenstoffnanoobjekte, nanostrukturierte Materialien usw. definieren. Diese Dokumente werden unter der ISO/TS 80004 aufgeführt. Aktuell sind die überarbeiteten Standards unter den laufenden Nummern ISO/TS 80004-1 bis ISO/TS 80004-7 kostenpflichtig erhältlich. Letzte Anpassungen wurden 2015 vorgenommen.

Link zur Definition ISO/TS 80004-1:2015 mit Zugang zu weiteren ISO/TS 80004

Link zur Übersichtsseite aller veröffentlichten Standards der ISO/TC 229

Link zur Nanotechnologieseite der ISO

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Definition des Begriffs "Nanotechnologie" nach OECD

Die OECD, die Organisation für Wirtschafltiche Zusammenarbeit und Entwicklung, definiert den Begriff Nanotechnologie in englischer Sprache in etwa wie folgt:

1. Nanotechnologie umfasst ein Bündel von Technologien, die die Handhabung, die Erforschung oder die Verwertung sehr kleiner Strukturen oder Systeme (typischerweise kleiner als 100 Nanometer) ermöglichen. Die Fortschritte in Nanowissenschaft und Nanotechnologie haben das Potenzial, praktisch jeden Bereich wirtschaftlicher Aktivität und jeden Aspekt des täglichen Lebens zu beeinflussen. Nanotechnologie trägt zur Entwicklung neuer Materialien, Anwendungen und Produkten bei, wobei erwartet wird, dass die Anzahl der Produkte und die Vielfalt der Nanomaterialien und Nanosysteme im kommenden Jahrzehnt als Ergebnis eines kontinuierlichen Innovationsprozesses in vielen Branchen schnell ansteigen wird.

Link zur Nanotechnologieseite der OECD-Arbeitsgruppe zur Nanotechnologie 

Link zum OECD-Arbeitsschwerpunkt zur Sicherheit künstlich hergestellter Nanomaterialien


Weitere Informationen zur OECD mit direkten Links zu deren Arbeitsergebnissen finden Sie hier

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BfR kommentiert 2013 die Empfehlung zur Definition der EU

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, hat im Oktober 2013 die Empfehlung der EU-Kommission für eine Definition von Nanomaterialien kommentiert. In der Stellungnahme mit dem Titel: "Bedeutung der EU-Kommissionsempfehlung zur Definition von Nanomaterialien für die Arbeitsbereiche des BfR" wird auf die Auswirkungen auf verschiedene Verordnungen und offene Fragestellungen auch für den Bereich der Risikobewertung hingewiesen.

Link zur Stellungnahme des BfR

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Definition in der EU-Kosmetikverordnung

In der am 20. November 2009 von den EU-Mitgliedstaaten angenommenen Verordnung über kosmetische Mittel, befindet sich eine vorläufig geltende Definition von Nanomaterialien. Um der noch ausstehenden Entwicklung einer weltweit einheitlichen Definition gerecht zu werden, ist zudem im Gesetzestext festgeschrieben, dass die in der Verordnung enthaltene Definition bei einer Einigung auf internationaler Ebene, entsprechend angepasst werden muss. Die bestehende, vorläufige Definition wurde noch nicht angepasst. Sie unterscheidet sich deutlich von der aktuellen Empfehlung der EU-Kommission von 2011.

Nanomaterialien werden in der deutschen Version der Verordnung auf Seite 25 mit folgendem Wortlaut definiert:

"Nanomaterial: ein unlösliches oder biologisch beständiges und absichtlich hergestelltes Material mit einer oder mehreren äußeren Abmessungen oder einer inneren Struktur in einer Größenordnung von 1 bis 100 Nanometern."

Link zum deutschen Text der Verordnung (.pdf, 1,31 MB)

Link zum englischen Text der Verordnung (.pdf, 1,21 MB)

Seit 11. Juli 2013 besteht die Pflicht für Kosmetik-Hersteller, eingesetzte Nanomaterialien mit der Vorsilbe "Nano-" bei den Inhaltsstoffen den Verbrauchern offenzulegen. Diese Bezeichnung ist Bestandteil der INCI-Deklaration.

Link zur Webseite "Nanomaterialien in kosmetischen Produkten" der EU Kommission

Die EU-Kosmetikverordnung verlangt ein Inventar von Nanomaterialien, die in kosmetischen Produkten auf dem europäischen Markt verwendet werden. Als Frist für die Veröffentlichung wurde von der Verordnung der 11. Januar 2014 festlegte, jedoch wurde von der EU-Kommission eine Verlängerung dieser Frist einberufen.

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Dr. David Eckensberger
Telefon: 0611-95017-8326
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