Die Anforderungen an die Unternehmen, auf welche Weise die verschiedenen Anspruchsgruppen über Nanotechnologien informiert werden sollen, sind komplex. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen haben in der Regel nur begrenzte Mittel, um eine umfassende Kommunikationsstrategie für Behörden, Verbraucher, Partner in der Lieferkette und Medien zu entwickeln. Um hier Hilfestellung anzubieten, werden Empfehlungen und Leitfäden vorgestellt, die von Expertinnen und Experten in verschiedenen Projekten erarbeitet wurden.
Die Europäische Kommission hat eine „roadmap“ entwickelt, deren Ziel es ist, eine einheitliche europäische Kommunikationsstrategie im Bereich Nanotechnologien zu definieren. Nach einer Bestandsaufnahme zur momentanen Debatte aus Sicht verschiedener Stakeholder wird eine Strategie zur Kommunikation zwischen EU-Organen und Bevölkerung begründet und ihre angestrebte Implementation erläutert. Zuletzt werden diverse Dialog- und Kommunikationsaktivitäten der EU vorgestellt und deren Einfluss abgeschätzt.
Die "Roadmap" kann auch Hinweise für die Entwicklung von Kommunikations- und Informationsstrategien von Unternehmen bieten.

Das hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung veröffentlichte im Mai 2008 eine Broschüre als Supplement des Leitfadens "NanoKommunikation" (Band 4 der Schriftenreihe der Aktionslinie Hessen-Nanotech), die aktuelle Leitfäden zum verantwortungsvollen Umgang mit Nanomaterialien zusammenfasst. Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die mit Nanomaterialien arbeiten. Die Broschüre beantwortet Fragen zur Definition, Risikobewertung, Messtechnik, Schutzmaßnahmen und zur Risikokommunikation, um den verantwortlichen Umgang mit Innovationen im Bereich Nanotechnologien voran zu treiben. Hinweise zur Umsetzung in die Praxis runden das Thema ab. Aktualisierungen der jeweiligen Leitfäden finden sich auf dieser Internetseite.
Sicherheitsdatenblätter sind eines der zentralen Elemente der Informationsweitergabe entlang der Lieferkette. Der Verband der Chemischen Industrie in Deutschland (VCI) legte 2008 einen Leitfaden speziell für die Anforderungen im Bereich Nanotechnologien vor (Verantwortlicher Umgang mit Nanomaterialien). Der Leitfaden wurde im Rahmen der Dialogstaffel des VCI zum verantwortungsvollen Umgang mit Nanomaterialien verschiedenen Stakeholdern vorgelegt und im Dialog diskutiert. Der Leitfaden ergänzt bestehende VCI-Dokumente wie den "Fragebogen zur Überprüfung von Sicherheitsblättern" (Mai 2004) und den "Leitfaden Sicherheitsdatenblatt" (Juni 2007). Für die Unternehmen der chemischen Industrie ist es auf dieser Grundlage möglich, spezifische Merkmale und Informationen zum Umgang mit Nanomaterialien im Sicherheitsdatenblatt systematisch darzustellen. Der Leitfaden wurde zusätzlich in englischer Sprache veröffentlicht (Responsible Production and Use of Nanomaterials).
Im Mai 2006 veranstaltete die Aktionslinie Hessen-Nanotech im Hessischen Wirtschaftsministerium einen Workshop zur NanoKommunikation. Die Anregungen der Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, die in den Einzelvorträgen und der Diskussion genannt wurden, stellte die Stiftung Risiko-Dialog im Nachgang zur Veranstaltung in komprimierter Form in dem Leitfaden NanoKommunikation zusammen, der in der Schriftenreihe der Aktionslinie Hessen-Nanotech erschienen ist. Im Jahr 2009 wurde die aktualisierte Version aufgelegt. Der Leitfaden versteht sich als erste Orientierung für konkrete Kommunikationsmaßnahmen. Grundsätzlich wird empfohlen, Informationen für den gesamten Produkt-Lebens-Zyklus, inklusive Einbeziehung der Zulieferer und Weiterverarbeiter, zusammen zu stellen. Folgende Schritte werden skizziert:
Umfang und Intensität der empfohlenen Maßnahmen des Leitfadens NanoKommunikation sind in Relation zur Größe des Unternehmens zu setzen.
Neben diesen konkreten Tipps enthält die Broschüre auch generelle Expertenbeiträge zur Unternehmenskommunikation im Bereich Nanotechnologien.