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Deutschland zeigt sich auf dem Feld der Bürgerbefragungen zum Thema Nanotechnologien gut aufgestellt. Neben diversen Bürgerbefragungen im "kleinen" Rahmen wurden bereits zwei repräsentative Umfragen im 4-Jahres-Rhythmus und eine qualitative Studie durchgeführt. Diese beleuchten die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger und geben Hinweise darauf, was Verbraucher wissen wollen.
Die Universität Stuttgart führte 2008 einhundert qualitative Interviews mit Verbraucherinnen und Verbrauchern durch. Überraschendes Ergebnis: Obwohl 62% ihren eigenen Wissensstand als niedrig einstufen, kennen die Befragten im Durchschnitt bereits sieben bis acht Anwendungen. Medizin, Oberflächenbeschichtungen, Lebensmittel und der Automobilbereich sind die Spitzenreiter im Bekanntheitsgrad. 64% der Verbraucher bewerten Nanotechnologie-Produkte insgesamt positiv und über 70% würden Nano-Produkte ausprobieren. Skepsis zeigt sich vor allem bei Lebensmitteln und bei militärischen Anwendungen. Trotz der positiven Einstellung nennen 87% der Befragen von sich aus verschiedene Risikothemen. Sie erwarten von Verbaucherverbänden, Umweltorganisationen, Wissenschaft, Behörden und Industrie ein ausgewogenes Informationsangebot zu den Chancen und Risiken, das sowohl Überblickswissen wie auch Vertiefungswissen in verständlicher Form zur Verfügung stellt. Die Studie gibt Hinweise, wie ein solches Informationsangebot gestaltet werden sollte.
Link zur Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte im Wochenbericht 45/2007 eine Bürgerbefragung zum Thema Nanotechnologien, basierend auf Daten, die im Sozioökonomischen Panel (SOEP) erhoben wurden. Diese bestätigen bisherige Erkenntnisse: Knapp die Hälfte der Befragten hat bereits von Nanotechnologie gehört, ein Sechstel kann konkrete Produkte benennen. Der Großteil der Befragten (41%) sieht Wissenschaft und Technik weder als Problemlöser noch als Verursacher weiterer Probleme. Männer zeigen sich dabei positiver gegenüber Technik als Frauen (50% Zustimmung gegenüber 16%). Insgesamt scheint die Kenntnis von Nanotechnologien nach dieser Studie in der Bevölkerung noch recht gering zu sein, nur 36% können vage oder exakte Definitionen geben. Der Artikel schließt mit der Feststellung, dass die Informationslage durch gesellschaftliche Dialoge verbessert werden muss.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat 2006 das Zentrum für Interdisziplinäre Risikoforschung und Nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) der Universität Stuttgart mit der Durchführung eines Delphi-Verfahrens zu Nanotechnologien beauftragt. 100 Expertinnen und Experten verschiedener Stakeholder-Gruppen wurden gebeten, potenzielle Risiken von nanotechnologischen Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel, kosmetische Erzeugnisse, Oberflächenbeschichtungen und Textilien zu identifizieren und zu bewerten.
Neben der Beurteilung der Wachstumsprognosen für Nanotechnologien und den Bewertungen von Toxizität und Exposition gaben die Expertinnen und Experten Bewertungen von verbrauchernahen Anwendungsbeispielen ab und äußerten sich zu Fragen der Regulierung. Aufgrund der Ergebnisse des Experten-Delphis wurde eine Einzelfallprüfung von Nanomaterialien dringend empfohlen. Hierzu wurden 18 Prüfkriterien zur Einzelprüfung der Materialien ausgearbeitet.
Die Experten-Befragung gab klare Handlungsempfehlungen für eine gut koordinierte Risikoforschung und eine Intensivierung der Dialoge ab.
Im Rahmen der Hightech-Initiative der Bundesregierung hat das RKW Kompetenzzentrum im Jahr 2008 eine Umfrage zum Thema wirtschaftliche und technologische Potentiale der Nanotechnologien und deren Technologietransfer in der Praxis durchgeführt.
Folgende Zielstellungen standen hierbei im Mittelpunkt:
Es stellte sich heraus, dass von 60 Befragten aus der Baubranche 65 % den Begriff sowie die Anwendungsmöglichkeiten von Nanotechnologien kennen.
Risikowahrnehmung der Nanotechnologien
Eine experimentelle Studie zur Bewertung von Nanotechnologien wurde vom Forschungszentrum Jülich vorgelegt. Peter Wiedemann und Holger Schütz untersuchten 2005, inwiefern die Nutzenerwartung und das Umfeld, in dem wir leben, die Wahrnehmung beeinflussen.
Titel der Studie: Risikowahrnehmung der Nanotechnologie: Eine experimentelle Studie